Scannen ist unser Leben...

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Digitalisierung ist in aller Munde und auch Archive wollen digitalisieren! Die Digitalisierung ermöglicht u.a. die Benutzung von Archivalien, ohne die Originale zu beanspruchen. Dies wird bereits seit Jahren im Bereich der Kirchenbuchdigitalisierung für die Kirchengemeinden umgesetzt, aber auch in den landeskirchlichen Archivbeständen gibt es häufig angefragte und daher stark beanspruchte Archivalien.

Für unsere Benutzer werden seit einigen Jahren die gewünschten Reproduktionen nach Möglichkeit digital angefertigt. Aber die Ausstattung dafür war nicht immer ausreichend. Wir hatten in unseren Standorten jeweils einen Scanner für Formate bis DIN A4. Größere Formate mussten abfotografiert werden. Und fadengeheftete Akten dürfen nicht auf den Scanner gelegt werden, weil dann die Bindung beschädigt wird. Die Folge ist ein kompliziertes Hantieren mit Akte und Kamera!

LKANK_fadengeheftete_Akte

Zudem gibt es die oben aufgeführten Archivalien, die wir nicht einfach vorlegen können. Dies betrifft z.B. Akten, bei denen das Papier schon stark gelitten hat und die wir lieber wegschließen würden, bis wir eine Restaurierung durchführen können. In diesen Fällen wäre eine einmalige Digitalisierung der Akte sinnvoll, so dass diese digital vorgelegt werden kann. Das ist zwar nicht so attraktiv wie das Papieroriginal, aber es schont die Archivalie. Und eine Kieler Archivalie könnte dann auch in Schwerin bereitgestellt werden.

LKANK_Buchscanner_in_Betrieb

Aus dieser Situation entstand der Wunsch, einen Aufsichtsscanner zu verwenden. Gute und große Geräte sind aber teuer und mit den normalen Haushaltsmitteln eines Archivs nur schwer zu beschaffen. Da kam eine Initiative der Bundesregierung Ende 2020 gerade richtig. Mit dem Förderprogramm „WissensWandel. Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive innerhalb von Neustart Kultur“ unterstützt der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) Bibliotheken und Archive bei ihrer digitalen Weiterentwicklung. Das Programm ist Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Es soll einen Beitrag dazu leisten, die Folgen der Corona-Pandemie für Bibliotheken und Archive zu mildern.

Mit dieser Förderung konnte das Archiv zwei Aufsichtsscanner kaufen, die nun an ihren Plätzen in den Standorten Kiel und Schwerin stehen. Damit ist eine Grundlage geschaffen für eine verbesserte Bestandserhaltung unserer gefährdeten Archivalien und einen besseren digitalen Reproduktionsservice für unsere Benutzerinnen und Benutzer!

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